Westwallmuseum


Bad Bergzabern
 

Einige Informationen aus der Zeit der Kämpfe von März 1945



Aus Dorfchroniken
Birkenhördt/Böllenborn-Reisdorf
Ursprünglich zusammengetragen von Egon Bade

4 Divisionen waren vor der Südpfalz angetreten, um den Westwall zu durchbrechen.
Von West nach Ost waren das die 103. US-Infanterie Division, die 36. US-Infanterie Division die 14. US -Panzer Division und die französische 3e Division d'Infanterie Algérienne.

Heute mal ein Blick in die Dorfchroniken des westlichen Kampfgeschehens von Birkenhördt/Böllenborn-Reisdorf, die seit dem Westwallbau mit diesem eng verbunden waren, sind.

Am dritten Tag der Kämpfe vor 75 Jahren, gibt einem COVID19 Zeit dazu. 1945 war es die 103. US-Division, die in dieser Region vorstieß.

Westwallbau/Evakuierung
Beginnend im Juni 1937 kündigte sich der Westwall hier mit Einquartierungen in Kindergärten an. Auch Baracken wurden aufgestellt und teilweise waren bis zu 350 Westwallarbeiter unterzubringen. Im Bereich Böllenborn startete der Westwall erst im Juli 1938. Hierfür sollten 25 Privatquartiere in Böllenborn bereitgestellt werden. Ein DAF-Gemeinschaftslager entstand im August 1938. Angemerkt wird, daß viele Berliner und Sachsen damals vor Ort waren. Bei Reisdorf entstand ein Lager für Kies, ein Schuppen für Zement und Platz für Panzerkuppeln und Schartenplatten. Bei Birkenhördt in der Gehlmühle wurde eine Polizeieinheit untergebracht, deren Aufgabe es war auf die Arbeiter aufzupassen. Auf alten Karten sind über 20 Bunker in der Gegend zu sehen. Ab September 1939 wurde Birkenhördt bis auf 12 Männer evakuiert, die als Flugzeugbeobachter den Luftraum absuchen sollten und dies per Funk nach Mannheim melden. Die Mehrheit der Bevölkerung kehrte im August 1940 zurück. Ab August 1939 zog die Grenzwachteinheit 152 in die Stellungen und Bunker ein. Den Stamm der Einheit bildete II. Bataillon des 104. Infanterie Regimentes aus Landau, das am 8.11.1939 in Bergzabern einzog. Am 25. August 1939 starben 3 Grewa-Männer beim Minenverlegen in Reisdorf. Ab Kriegsbeginn wurde die Grewa von Einheiten der 94. Und 98. Division abgelöst. Später ersetzten die 215. und die 262. Division diese. Im Juli 1940 wurden die Westwallager aufgelöst.

1944
Im September 1944 deutete sich die Wende des Krieges an und die Bewohner mussten Schanzarbeiten durchführen. Alle ab dem 12. Lebensjahr mussten graben. Die Bunker wurden mit Laufgräben verbunden und Geschütz und MG-Stellungen gebaut. In den Dörfern entstanden Panzersperren.

Im Dezember 1944 flohen viele Zivilisten vor den Alliierten und strömten, vom Elsass herkommend, auch durch Böllenborn und Birkenhördt, die wieder mit Militär belegt waren. Durch die Lage am Westwall fielen die ersten Granaten auf die Dörfer, deren Bewohner zum erneuten Verlassen ihrer Häuser aufgefordert war. Am 20. Dezember 44 wurden Dörrenbach und Böllenborn besonders heftig beschossen. Viele Häuser waren nur noch Schutthaufen. Vor Reisdorf wurde ein amerikanischer Panzer abgeschossen, der danach zum Übungsobjekt zum Panzerfaustschießen wurde. In dieser Zeit wurde bei Birkenhördt ein Pantherturm (Festungs-Panzerturm-Kompanie-1206) eingegraben und ein PAK Geschütz für die Panzerabwehr aufgestellt. Vom 16. Bis zum 18.12.44 wurde das Pfarrhaus dort das Quartier von General Feuchtinger, der mit seiner bekannten 21. Panzerdivision dort war. Die 21. Pz-Div. hatte große Teile ihrer Artillerie in Bad Bergzabern. Auch im Schloß von Bad Bergzabern waren Artilleristen untergebracht, von denen am 18./19.12.44, 15 durch Granateinschlag schwerverwundet, getötet wurden. Weiterhin befand sich die 245. Division mit zwei Ersatz-Bataillonen in den Bunkern. Der Hauptverbandsplatz war in Klingenmünster.

1945
Der Rückzug der Deutschen auf den Westwall endete am 18. März 1945.
Von deutscher Seite lag 1945 wohl das 118. Infanterieregiment der Volksgrenadier Division 36 in den Bunkern und Stellungen um Birkenhördt und weiterhin die Nebelwerferabteilungen (7., 8. 9. Batterie Volkswerfer-Regiment 26) die ihre Stellungen am Kahlenberg und oberhalb der Hohen Äcker hatten. Diese Abteilungen zogen das Artilleriefeuer an, da sie Richtung Reisdorf und Oberotterbach auf die Amerikaner feuerten. Während der Kämpfe feuerte eine Batterie auf den Hohen Derst, wobei 12 Deutsche und 3 Amerikaner starben.

18. März
Erste amerikanische Spähtrupps bei Reisdorf (103. Division).

Am 19. März
wurde der Pfarrer Sühs in Birkenhördt morgens um zwei Uhr angerufen, um die polnischen Fremdarbeiter aus dem Dorf in das Hinterland bringen zu lassen. Sie waren dort beim Schanzen eingesetzt gewesen. Während des Vormittags flogen amerikanische Bomber auf Birkenhördt zu, drehten und warfen dann ihre Bomben auf Erlenbach ab, welches größte Schäden erlitt.
In der Nacht vom 19. auf den 20. März hörte die Wache des Volkssturmes bei Bunker 405, 150 m unterhalb Bunker 406 mit 6 Scharten Turm am Rand des Haseltals, knackende Geräusche. Die Amerikaner schufen sich dort einen Weg unter den Baumsperren frei. Da die Böllenborner und Birkenhördter Volkssturmleute in der Nacht selbstständig abzogen, wurde der Weg frei zu Bunker 406. Dort fand wohl ein Nahkampf statt, der 10 tote (Im Nahkampf erschlagene) Deutsche und eine durch Flammenwerfer verkohlte Bunkerbesatzung zurückließ.
Birkenhördt wurde erst am 20. März bombardiert, wobei 4 Häuser gänzlich zerstört und drei stark beschädigt wurden. Es gab Tote und Verletzte. Auch Jagdbomber griffen das Dorf im Tiefflug an.
Am 21. März wurde das Dorf von der US-Artillerie beschossen.

Die amerikanischen Truppen erreichten, nach einer halbstündigen Artillerievorbereitung, am 22. März um 15:00 Uhr Birkenhördt und überwanden ohne großen Aufwand, den mühsam geschaufelten, Panzergraben.
Es waren Soldaten des 409. Regiments der 103. Division.
Bis zum Abend fanden sich um die 100 Panzer der 14. US-Panzerdivision ein, die dann Richtung Silz vorstießen.

Der andere Teil des Regimentes stieß Richtung Böllenborn vor. Der vorderste Panzer wurde durch einen Pantherturm auf dem Hohen Äcker ausgeschaltet. Heftiger Beschuss zwang die Amerikaner umzukehren und sich in Richtung Birkenhördt auf den Weg zu machen. Böllenborn wurde sich bis zum 23. selbst überlassen.

Die Verluste auf deutscher Seite sind schwer zu beziffern, da keine Unterlagen mehr geführt wurden. Auf amerikanischer Seite wurden vom 19. – 22. März 34 Gefallene, 9 Vermisste und 268 Verwundete registriert.

Im Nachgang der Kämpfe wurden von Pfarrer Sühs 34 deutsche Soldaten und 3 Zivilisten gesammelt und beerdigt. Unter welchen Bedingungen dies stattfand kann aus den Zeilen der Chronik zur erahnen.

In den Aufzeichnungen des Pfarrers findet sich ein kurzer Bericht vom Karfreitag den 30. März 1945: „Mit dem Bürgermeister Weiland habe ich einen Gang über das Schlachtfeld gemacht. Wir gingen bis nach Lauterschwan. In der Wiese des Heinrich Stengel gegen das Breitenteich zu, liegen zwei deutsche Soldaten, die am 22. März beim Endkampf um Birkenhördt gefallen sind. (Beschreibungen über den Zustand der Gefallenen wollen wir uns hier ersparen). Ich konnte die Soldbücher und Erkennungsmarken sicherstellen. Neben den Toten lagen noch die Gewehre.“

https://en.wikipedia.org/wiki/Operation_Undertone

http://www.texasmilitaryforcesmuseum.org/…/seig…/through.htm
https://de.wikipedia.org/…/14th_Armored_Division_(Vereinigt…

https://fr.wikipedia.org/…/3e_division_d%27infanterie_alg%C…


20./21 März 1945
Kapsweyer/Steinfeld

125th Armored Engineer Battalion
(125. gepanzertes Pionier Battalion)

Während des Tages wurde, von Schweighofen kommend Kapsweyer eingenommen und ein erster Vorstoß auf Steinfeld mit Panzern der 14. US-Panzer Division vorangetrieben. Lediglich 3 Häuser konnten an diesem Tag, unter Verlust von 2 Panzern, eingenommen und gehalten werden.

Am 20. März 1945 rückte der 1. Zug von Schweighofen kommend auf Kapsweyer vor. Es war einer dieser schönen Tage des jungen Frühlings, aber das irgendwie genießen zu können stand außer Frage. Tatsächlich war es ein fürchterliche Alptraum der Einfluss auf alle Beteiligten haben würde. Gelegentlicher Geschützdonner war trotz der röhrenden Motoren unserer Halbkettenfahrzeuge zu hören. Plötzlich brach die Hölle über uns herein. Die Männer machten sich bereit schnellstens in einem dieser lehmigen deutschen Erdkeller zu verschwinden.
So begann der Tag.
Ein kampferfahrener Veteran der Division nahm die Situation trotzdem gelassen, als die Raketengeschosse der Deutschen schreiend und pfeifend den ganzen Tag auf uns herunterprasselten. Er hatte sich daran gewöhnt.
Die Keller in den die Soldaten Schutz gesucht hatten hoben und senkten sich bei jedem Einschlag durch den Luftdruck. Dreck und Erde wurden durch Türen geschleudert, Fenster zerbarsten, Putz und staub fiel aus den Decken. Für viele Stunden wurde kein Dutzend Worte von den Männern der 36. Division, oder der Pioniere der125ten gesprochen.

Die Soldaten in Kapsweyer holten ihre kleinen Benzinkocher hervor und bereiteten ihr Mittagessen zu, das aus K-Rationen bestand. Herrliche K-Rationen.
Manchmal fühlten wir Mitleid mit den Zivilisten daheim in den USA, die sich immer über die Rationierung beschwerten.
Als es etwas ruhiger wurde fuhren wir mit einer Halbkette zurück, um Sprengstoff zu holen. Die Trichter auf der Straße beschloss der Leutnant nicht aufzufüllen, da die Deutschen wohl weiter schießen würden. Die Ladungen waren schwer und die Träger hatten leider auch keine Handschuhe. Leutnant Hewett suchte noch nach einer Lösung für den Einsatz des TNT. Die Männer gingen zurück in ihre Keller und ruhten sich aus.

Der Leutnant kam gegen Mitternacht, weckte den Zug auf und sagte: „Gut Männer, Wir müssen das heute Nacht machen. Es ist die ideale Zeit, es ist dunkler als in der Hölle“. Vielleicht haben Sie noch nie so gezittert, daß noch nicht einmal eine Zigarette halten konnten, uns ging es an diesem Morgen so.
Nach Mitternacht stolperte der Zug die Straßen herunter und schleppte das TNT mit sich. Links und Rechts der Straße brannten die Gebäude und beleuchteten diese unheimliche Szenerie in tiefem rot.
Die Männer erreichten das letzte Haus in Richtung Steinfeld, das auch der Befehlsstand der 68. Infanterie war. Nach einer kurzen Besprechung wurden die Pioniere durch die Infanteristen der 68er verstärkt.

Die 68er hatten schon einiges Unliebsames hier erlebt.
Gegen 21:00 Uhr hatten sie einen Spähtrupp nach Steinfeld geschickt, um herauszufinden wie sie ihre Kameraden aus den Häusern dort ablösen könnten.
Nur ein paar hatten geschafft von Steinfeld durch die Panzersperren, die auch Drachenzähne genannt wurden, unter heftigstem MG-Feuer aus den Bunkern zurückzukriechen. Als sie weniger als 400 Meter an Kapsweyer heran waren, wurden sie erneut von MG-Feuer aus einem Heuhaufen heraus beschossen. Es war eine Selbstmordmission gewesen.

Angesichts dieser Informationen marschierte die Kolonne nun schweigend, jede Deckung ausnutzend, wieder in Richtung der Panzersperren.
Keiner traute sich auch nur ein Wort zu sprechen. In Abständen von 30 Metern gingen die Männer vorwärts. Hie und Da wurde die Stille durch einschlagende Granaten unterbrochen, durch die kalte Nacht konnte man den frostigen Atem der Vorausgehenden sehen. Immer wieder stoppten sie, um die schweren TNT Ladungen einen Moment lang abzusetzen. Dieser Höllentrip schien endlos, sie dachten, daß sie niemals ankommen würden. Auch der beißende Rauch von verbranntem Holz brannte in ihren Kehlen. Hinter einer Biegung sahen sie dann die „Drachenzähne“ vor dem Hintergrund des brennenden Steinfelds aus der Nacht herausstechen. Da waren sie also!
Schnell war der erste Mann über den Betonvorbau vor den Sperren und wie ein Uhrwerk folgten die anderen mit den Sprengladungen. Ohne ein Wort wurden die Ladungen festgemacht. Da, plötzlich das Geräusch eines Gewehrverschlusses – Deutsche? Nein der Leutnant hatte alle Deckung nehmen lassen und von unten sah man die Silhouette des Stahlhelms. Es war ein Amerikanischer. Die Arbeit war getan und im gedeckten Lauf ging es zurück zum Kommandoposten der 68er.
Durch die Köpfe fegten Gedanken, werden die Deutschen die Ladungen erkennen, funktionieren die Zünder?

Mit einem Schlag zerriss die Sprengung die Stille der Nacht.
140KG TNT rissen die Panzersperren mit einem gewaltigen Blitz auseinander.
Der 1. Zug hatte seine Arbeit getan.

Während des 21. März gingen die Kämpfe am Westwall weiter.
Der Angriff auf Steinfeld wurde von Kapsweyer aus fortgesetzt. Das 25. US-Panzer Bataillon griff mehrmals an und konnte einige Häuser im westlichen Teil der Ortschaft einnehmen.

Aus dem Englischen übersetzt.
20.03.2020


Dörrenbach
https://www.doerrenbach.de

Am vierten Tag der Kämpfe vor 75 Jahren in der Südpfalz, ein Blick in die Chronik des "Dornröschens der Pfalz". Erstellt 1992 von der Gemeinde

Geschichten und Geschichtchen zum Westwall zeigen und erzählen wir normalerweise bei uns im Museum. Da dies bis auf unbestimmte Zeit nicht möglich sein wird, wählen wir diesen Weg.

Sollten Sie aus unserer Region des Otterbachabschnittes sein und noch Bilder, eigene Geschichten beitragen wollen, so veröffentlichen wir diese gerne hier.

Die Westwallzeit und der Krieg 1936-1945
Die Geschichte des Otterbachabschnittes in der Dörrenbacher Gemarkung.

Ab dem 1. August 1936 begann, durch den Festungspionierstab 17, auf der Dörrenbacher Gemarkung die Einweisung von Bauunternehmern und Bauleitern in die Bauabschnitte. Der einsetzende Baubetrieb stellte bis Jahresende 10 Bunker fertig. Bis Ende 1937 wurden weitere 75 Kampfstände abgeschlossen, die unter der Aufsicht, des im Oktober 1937 aufgestellten, Festungspionierstab 20 in Landau standen. Auch die Arbeiten an den 5 der insgesamt 32 gebauten B-Werke, gingen auf der Gemarkung Dörrenbach voran. Im Jahr 1938 überträgt Hitler Dr. Fritz Todt die Generalvollmacht über den Westwall, der seinerseits in Bad Bergzabern die nach ihm benannte Organisation Todt gründet. Diese teilt die Bauten in 16 Abschnitte, mit einer Oberbauleitung auf.

Ab 1938 setzt eine riesige Bautätigkeit ein und Arbeiter aus ganz Deutschland treffen in der Südpfalz ein. In Dörrrenbach werden alle Gasthäuser, Tanzsäle, Privatquartiere von Arbeitsverpflichteten belegt. Sogar im Pfarrhaus werden 3 Arbeiter untergebracht. Die Pfarrbeschreibung vermerkt: „…die vielen Fremden beeinflussen auch Sitte und Wandel innerhalb des Ortes. Die Jugend wurde besonders von den fremden Einflüssen ergriffen. Weiterhin fehlte die Zurückhaltung der Mädchen gegenüber den Fremden. ….“

Die Arbeitskräfte, darunter viele aus Sachsen, wurden dann auch in RAD-, oder Pionier-Lagern untergebracht. Um Dörrenbach wurden 3 Pionier-Lager errichtet.
Der Dienst begann an Arbeitstagen 04:00, Zapfenstreich war um 21:00 Uhr, an Ausbildungstagen um 05:00 mit Zapfenstreich um 22:00 Uhr. Samstags war Zapfenstreich um 01:00 Uhr. Interessanterweise hatten die Lager nur eine Toilettenbaracke mit 20 Sitzen und einer darunter liegenden Abortgrube, die regelmäßig ausgeschöpft werden musste.

Die Anzahl der Arbeiter sprang 1938 sprunghaft von 1.656 im Juli 38 auf 20.509 Arbeiter im August 1938! Davon waren 31% in Lagern untergebracht. An den wenigen freien Tagen kam es durchaus nach dem Genuß von Alkohol zu Prügeleien mit einheimischen Männern, vor allem wenn die Arbeiter versuchten mit Frauen anzubändeln.
(Dr. Karl Ludwig)

Im Juni 1940 standen auf der Dörrenbacher Gemarkung 71 Bunker und 5 B-Werke.

Mit dem Überfall auf Polen am 01.09.1939 wurde auch das Dorf evakuiert, die Post stellte den Dienst ein und das Militär übernahm.

Nach Beginn des „Frankreichfeldzuges“ kam die schwere Artillerieabteilung 800 nach Dörrenbach und stellte, am heutigen Grillplatz, einen 35,5cm Mörser auf. Mit diesem wurde 3 Tage lang alle 14 Minuten auf das Werk Schoenebourg der Maginotlinie geschossen.

Nach dem Waffenstillsstand von Compiegne am 22. Juni 1940 wurden die Truppen abgezogen und auch der Westwall wurde zugunsten des Atlantikwalls zurückgebaut.
Bis auf die B-Werke wurden Waffen und Einrichtungsgegenstände abgebaut.

1944
Am 24.08.1944 erging der Befehl zum Ausbau der Westbefestigungen.
Auf Dörrenbacher Gebiet mussten durch die Zivilbevölkerung 2 Panzergräben gebaut werden. Da keine Bagger zur Verfügung standen mussten diese per Hand gegraben werden. 3m tief, 5m breit.
Zwischen dem 12. Und 16. Dezember sollte Dörrenbach wieder evakuiert werden.
Obwohl der Kanonendonner schon zu hören war, blieben viele im Dorf.
Am 16.12.44 schlug die erste amerikanische Granate um 22:00 Uhr vor dem Pfarrhaus ein. Am 19.12. wurde das Dorf mit Phosphorgranaten beschossen und 80 Häuser brannten.

1945
Ab Januar weilte eine Instandsetzungsabteilung der 21. Panzerdivision in Dörrenbach. Eine Einwohnerin trat am Südhang des Farrenberges, beim Pflücken von Kräutern, auf eine Mine und verstarb vor Ort.

Am 19. März 1945 gegen 16:00 Uhr eröffnete die Volkswerfer-Brigade 20 auf dem Gelände unterhalb, des Sportplatzes, das Feuer. Die Antwort der Amerikaner kam in Form von schweren Granaten.

20. März 1945 Artilleriefeuer auf Dörrenbach, bei dem Versuch Lebensmittel herauszuschaffen werden mehrere Einwohner durch Granatbeschuss verletzt.

21. März 1945 wieder Artilleriefeuer auf Dörrenbach. Ein Munitionswagen auf dem Pfarrhof erhält einen Volltreffer und geht mitsamt der der Scheune in die Luft. Stallungen und Ökonomiegebäude brennen komplett nieder.
Der Bürgermeister wehrt sich beim Ortskommandant die 30 Mann Volkssturm gegen die Soldaten der 36. US-Infanterie Division einzusetzen.
Dörrenbach brennt.
Gegen 17:30 Uhr kommen die ersten Amerikaner des 143. Regiments, nach beiden Seiten mit den Gewehren sichernd, in das Dorf. Aus einer Ruine werden Sie mit einem MG beschossen und einige werden getötet, verwundet. Dies war die wohl einzige Aktion in Dörrenbach und die Amerikaner sammeln die verbliebenen Soldaten ein und verbringen sie in das evangelische Schulhaus.

22. März 1945
08:00 Artilleriebeschuss auf Dörrenbach.
Das Dorf bleibt besetzt, der Bürgermeister wird abgesetzt und eine Sperrstunde wird verhängt. Am Tag darauf wird noch das Pfarrhaus durch Funkenflug eingeäschert.

Die Bilanz für Dörrenbach von 1948
Total bis schwer beschädigt 92 Häuser, 229 landw. Gebäude und 7 Betriebe.

Die Baracken eines RAD-Lagers, das Erhalten geblieben war, bot für viele Einwohner notdürftige Unterkunft. Das B-Werk Hasenloch war unversehrt geblieben und die Dörrenbacher besorgten sich die Lebensmittelvorräte, sowie nützliche Ausrüstungsgegenstände.
Am 18. Juli 1946 verstarben im B-Werk ein Mann und eine Frau durch die Explosion des Flammöles. Danach wurden die Bunker verschlossen.



23.03.1945
Kriegsschauplatz Südpfalz

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Nachdem wir die letzten Tage die Gemeinden Birkenhördt, Böllenborn und Dörrenbach beleuchtet hatten gehen wir heute zurück an die östlichen Dörfer direkt am Westwall.

Doch vorher noch kurz ein Blick zurück auf ein besonders tragisches Stück Geschichte, das sich auf dem Weg des 761. US-Panzerbataillons ereignete.
Am 21. März 45 wurde Oberstleutnant Paul Bates damit beauftragt eine Kampfgruppe mit dem Namen ‚Task Force Rhein‘ aufzustellen. Diese umfasste das ganze Bataillon, ein Bataillon Infanterie, eine Kompanie Pioniere und einen Zug Tank Destroyer (mechanisierte Panzerjäger). Diese Task Force Rhein, begleitete die 103 Division bei der Einnahme von Birkenhördt und folgte dann den, in Auflösung befindlichen, Deutschen in Richtung Silz mit Ziel Klingenmünster.

Als sich die Task Force um 20:00 Uhr Silz näherte wurde sie von einem Hagel aus Mörser- und Artilleriegranaten empfangen. Vor Silz wurde ein 5m breiter Panzergraben entdeckt und umgangen. Ohne Ausweichmöglichkeit blieb nur der Weg nach vorn. Die Kämpfe in und um Silz dauerten bis in die Nacht und große Teile der Ortschaft brannten. Um Mitternacht herum stieß die Panzerspitze weiter Richtung Münchweiler. Außerhalb von Silz wurde eine deutsche PAK-Besatzung zusammengeschossen bevor sie an das Geschütz kam.
Als nächstes stießen sie auf eine deutsche bespannte Kolonne im Marschrichtung Münchweiler. Sämtliche Panzer feuerten mit allen Waffen und fuhren so schnell wie möglich einfach durch die Kolonne hindurch. Tote und Verwundete, zerstörtes Kriegsmaterial, tote und sterbende Pferde überall.

Der ‚After Action Report‘ listet: Zerstört, 25 LKW, 5 Halbketten, 10 PKW, 12 Feldküchen, 5 8,8cm Geschütze, 2 5cm PAK Geschütze, 12 3,7cm Flak, 5 7,5cm PAK, eine 17-cm-Kanone 18, 116 Pferdegespanne, 9 Nebelwerfer, 9 Pferdewagen. Auf der gesamten Streck wurde keine Panzersperre mehr gefunden. Das einzige Problem bereitete ein brennender Munitions-LKW, aus dem Munition gefährlich in alle Richtungen spritzte.

Um 02:30 Uhr erreichte die Kampfgruppe Klingenmünster. Nach einer halben Stunde vereinzelter Feuerkämpfe war das Dorf gesichert. Die Task Force Rhein hat nach Bataillonsangaben in dieser Zeit fast 1.000 Gefangene gemacht.

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Am 22. März erreichten die Amerikaner Bad Bergzabern, Landau, Neustadt/Weinstraße. Am stabilsten hielt sich der Widerstand noch entlang des Westwalls südlich Steinfelds bis Neuburg.

Wir beginnen mit Steinfeld, das heute vor 75 Jahren schon den 4. Tag in der Frontlinie lag.

War es den Amerikanern am 21. März gelungen durch Sprengung der Höckerlinie Panzer in das Dorf zu bringen, einen Gegenstoß aus dem Bienwald heraus aufzuhalten, und am Folgetag dem 22. weiter vorzudringen und bis an das Westende zu gelangen, so mussten sie ein weiteres Vorgehen am Abend einstellen. Während des 22. Wurde ein Panzer abgeschossen und zwei weitere beschädigt. Steinfeld selbst glich mehr und mehr einer Trümmerwüste.

Die Hartnäckigkeit der Deutschen bei Steinfeld, liegt wohl auch im Versuch des deutschen Oberkommandos eine Linie Offenbach-Insheim-Minfeld-Büchelberg aufzubauen. Da am 21. März 1945 die Rheinbrücke bei Maximiliansau bereits gesprengt worden war verblieb als Ausweg über den Rhein nur noch die Brücke bei Germersheim.

Während die Franzosen am 19. März bereits das deutsche Scheinbenhardt erreicht hatten, blieben ihre Versuche durch den Bienwald mit den Amerikanern Schritt zu halten weniger erfolgreich. Berg wurde zwar erobert, die Linie bei Büchelberg wurde allerdings sehr stark verteidigt. Trotz pausenloser Artillerieangriffe ging es hier nicht voran. General Montsabert entschied sich Kräfte nach Westen zu verschieben und den Amerikanern zu folgen. Es war besser den Bienwald zu umgehen und einzukesseln.

Um 05:00 Uhr früh begannen die Amerikaner vom östlichen Ende Steinfelds aus nach Richtung Schaidt und Freckenfeld vorzurücken. Zwar wurden zwei Shermans der Amerikaner aus Bunkern heraus abgeschossen, das hinderte deren Vormarsch jedoch nicht und so wurde auch der Panzergraben in Richtung Schaidt passierbar gemacht.
Um die Mittagszeit war Schaidt in amerikanischer Hand und auch das B-Werk am Bahnhof Schaidt ergab sich. Auch Freckenfeld war bis zum Abend in amerikanischer Hand. Hier sollen zwei 8,8 Geschütze zerstört worden sein.

Johannes Nosbüsch zitiert Karl Schmid aus Freckenfeld: „Ich befand mich in der Nähe von ‚Bäckers Bunker‘ (östlich des Sportplatzes), der noch von deutschen Soldaten besetzt war. Um 12:30 Uhr ging der letzte Führerbefehl ein ‚‘Verteidigen bis zum Letzten!‘ gleich danach von anderer Stelle ‚Letzte Möglichkeit noch über den Rhein zu kommen, besteht bei Neuburg mit kleinen Fischerkähnen‘. Um 14:00 Uhr hörte man Maschinengewehrfeuer vom Schaidter Wiesental, aber auch vom Gräfenberg her. Die Amerikaner verfolgten deutsche Soldaten, die einzeln durch die Bachgräben auf den Busch und auf Minfeld zu rannten. Gegen 17:00 Uhr kam dann der große Heerwurm von Schaidt her um die Ecke. Die Panzersperre in der Hintergasse wurde umgangen. Oben übers Feld hinter den Dorfgärten und am Pfarrhaus vorbei drangen die Amerikaner über dem Rech am Friedhof entlang ins Dorf ein.“

Nach der Einnahme Freckenfelds folgten die Franzosen unter General Montsabert den Amerikanern und schwenkten wieder in ihr Operationsgebiet ein. Zielrichtung Kandel, Rhein und Beseitigung der verbliebenen Westtwalltruppen im Bienwald.

Um 12 Uhr am 23.03.45 wurde die Rheinbrücke bei Speyer von deutschen Pionieren gesprengt und die einzig verbleibende Brücke war nun die 1877 gebaute drei bogige Eisenbahnbrücke in Germersheim, der nun Brückenkopf Germersheim‘ genannt wurde.

Mit Einbrechen der Nacht setzten sich aus allen Richtungen Kolonnen in zur Brücke hin in Bewegung. Auch Fähren wurden in Betrieb gesetzt, um so viel wie möglich Menschen und Material über den Rhein zu bringen. Mitten in diesem Chaos sollten die ‚Kettenhunde‘ der Feldpolizei für Ordnung sorgen. Sie waren mit Schießbefehl ausgestattet und sollten besonders nach Deserteuren Ausschau halten.

Die Brücke erhielt in der Nacht mehrfach Artillerietreffer, die die Holzbohlen zwischen den Schienen in Brand setzten. Wegen dieser Feuer wurde die Brücke immer wieder gesperrt. Gegen 22:00 Uhr wurde wegen des Übersetzens einer Tiger Abteilung die Brücke ebenfalls gesperrt. Nach einem Protokoll der US-Army Historical Division sollen zwischen dem 21. und 24 März um die 55.000 Fahrzeuge Germersheim passiert haben.

Quellen:
Rolf Übel/Dr. Karl Ludwig – Der Westwall in der Südpfalz
J. Nosbüsch – Damit es nicht vergessen wird
K. Browne Pfeifer – The 761st Tank Battalion
The Adjutant General’ s Office Washington, Historical Records Section
C. MacDonald-The Last Offensive
103rd Division After Action Reports
U. Lee – the Employment Of Negro Troops in the ETO
103rd Regimental Journal
Editions Hirle - La Derniere Bataille
La 3e Division d'Infanterie Algérienne - (novembre 1942 - mai 1945)
S. Zalloga – Defense of the Rhine 1944-1945
After action report 90th Cav Rcn Sq Mecz 10th Armored Division, November 1944-April 45.